11 Dominik van Awe

In diesem Artikel habe ich etwas sehr, sehr Schönes für dich. Ja, das Adjektiv „schön“ trifft es schon ziemlich genau, denn das heutige Thema ist „Belohnung.“

Ja, lies ruhig noch mal über den letzten Satz. Du hast richtig lesen, dort steht Belohnung. Denn interessanterweise hat so etwas Wohltuendes für viele Menschen keinerlei Verknüpfung mit ihrer eigenen (Weiter-)Entwicklung.

Sie klimmen Stufe für Stufe die Leiter ihres Erfolgs nach oben, aber stets sind sie schon so fokussiert auf die nächste Stufe, dass sie sich nicht die Zeit nehmen, auch immer wieder Stolz auf sich zu sein.

Perfektion ablegen durch Belohnung

Du kennst mit Sicherheit diese Menschen, unter denen auffallend viele Männer sind:

  • Gerade sind sie in ihrem Job befördert worden und legen auf der neuen Position sofort wieder los, wie die Feuerwehr, weil sie den Blick nur nach vorne gerichtet haben
  • Sie haben just eine wunderschöne Frau angesprochen, alles lief super und trotzdem sezieren sie schon wieder das Gespräch in seine Einzelteile um zu schauen, was sie noch verbessern können
  • Vor wenigen Augenblicken ist sein Vortrag erfolgreich zu Ende gegangen und er hat Applaus bekommen, aber fix zieht er sich zurück, um am nächsten noch besseren Vortrag zu feilen

Vielleicht denkst du dir, dass dies doch alles gute Verhaltensweisen sind, die Menschen voranbringen. Und ja, ich gebe dir in diesem Punkt Recht und sage gleichzeitig entschieden JEIN.

Was ist schlecht daran, immer sofort nach dem nächsten Schritt zu suchen?

Perfektion ablegen durch Belohnung

Perfektion ablegen durch Belohnung

Dieser Drang nach Fortschritt und Perfektion, diese konsequente Ausrichtung auf „was kann ich verbessern“ und was ist meine nächste Chance kann auch sehr hinderlich sein, wenn nicht ein Zwischenschritt eingebaut wird.

OHNE diesen verkümmern viele Menschen zu Perfektionisten. Oft äußerlich wahnsinnig erfolgreiche Menschen, schade aber: Innerlich nehmen sie diesen Erfolg kaum wahr und sind deswegen in vielen Fällen auch eher am unteren Ende der Glücksskala zu finden.

Und das selbst, obwohl alle Menschen sagen: „Der hat doch alles!“

Nein, hat er eben nicht, denn er sieht „es“ gar nicht selbst. Und was du nicht wahrnimmst, kann auch keine Glücksgefühle in dir auslösen.

Von Glücksgefühlen kannst du dir aber nichts kaufen

Oh ja, den Satz höre und erlebe ich bei vielen äußerlich erfolgreichen Menschen immer wieder. Interessant sehen ihre Gesichter immer dann aus, wenn ich sage: „Vielleicht hast du im Glücksmoment aber auch gar nicht das Bedürfnis danach.“

Mein Credo: Warum denn nicht diese zukunfts- und optimierungsorientierte Sicht haben UND gleichzeitig immer wieder Rückblickmomente über deine Erfolge genießen, dir auch bei kleinen Schritten auf die eigene Schulter klopfen und auch von Zeit zu Zeit Fünfe mal gerade sein zu lassen?!

Drei Tipps: Perfektion ablegen leicht gemacht

Denn mit dieser kombinierten Strategie aus Entwicklungsdrang und der Fähigkeit sich für das Erreichte zu loben, wächst du innerlich UND äußerlich. Denn wie soll Selbstbewusstsein etwa entstehen, wenn du immer auf der Suche nach dem Fehler im Erfolg bist? Wenn du immer alles versuchst perfekt zu machen?

1. Belohne dich zeitnah

Belohnung kann und muss sehr einfach sein, denn die beste Zeit für deine wichtigste Belohnung ist so kurz wie möglich nach deinem Erfolg. Man muss kein großer Psychologe sein, um die Konditionierungsexperimente mit Hunden von Pawlow und seine Ergebnisse zu kennen.

Konditionieren funktioniert dabei nicht nur bei Hunden, sondern genauso gut beim Menschen. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann das „Little-Albert-Experiment“ nachlesen, indem der Behaviourist Watson, mit dem kleinen Albert sehr fragwürdige Experimente im Namen der Wissenschaft machte.

Das Experiment

Bei Darbietung einer weißen Ratte, auf die Albert vor Konditionierungsbeginn mit Neugier reagierte, folgte nun immer ein ohrenbetäubender Lärm durch das Zusammenschlagen von zwei Eisenstangen.

Die Folge: Dieses Kleinkind erwarb durch die Konditionierung eine generalisierte Angst auf alles Plüschige, Weiße und nagetier-ähnliche. Für das Entstehen dieser Angst war fortan kein Schreck-Signal mehr nötig. (Erinnert dich das an etwas?)

Ich frage mich, warum man mit dem Konditionieren so negatives Schindluder treibt. Schließlich kann man die Angstreaktion doch viel besser nutzen, um einen Raucher diese Furcht beim Anfassen einer Zigarette spüren zu lassen. Aber das ist ein anderes Thema.

Denn wir sind beim Thema Belohnung! Und zwar als Mittel die Perfektion ablegen zu können!

Frage dich stets, wenn du eine zielgerichtete Aktion ausgeführt hast, was das Positive daran war.

Nehmen wir an, du möchtest endlich deine Arbeitskollegin auf einen Kaffee einladen. Du gehst zu ihr hin, unterhältst dich mit ihr und gehst in die Vollen. Sie sagt dir jedoch vehement ab, weil sie gerade erst aus einer Beziehung kommt und zur Zeit keine Lust auf Männer hat.

Anstatt nun zu reflektieren, was dein Fehler war und was du hättest besser machen können, oder wie du diese Geschichte für dich noch zu einem Kaffee bringst, entscheidest du dich für einen Zwischenschritt. Du sagst dir innerlich erst einmal: „Hey „Mann“, das war super, dass du dich überwunden hast und es durchgezogen hast. Respekt und weiter so!“

Klopf dir innerlich so richtig schön auf die Schulter, denn DANACH kannst du deinen Fokus immer noch darauf richten, was du nächstes Mal verbessern kannst.

Und zu 100% stimmt mein Spruch mit dem „Nichts-Kaufen“ auch nicht, im Gegenteil, ich ermuntere dich sogar etwas zu kaufen. Allerdings nach einem anderen Prinzip als Perfektionisten, der in diesem Ausgang der Situation nichts Positives sieht. Gehe rüber zum Kaffeeautomaten und gönne dir den teuersten und leckersten Triple Choc Latte Macchiato den dieses Teil ausspucken kann. Genieße ihn bis zum letzten Tropfen, während du innerlich weiter darüber lächelst, dass du es endlicht „getan“ hast.

2. Belohne dich zusätzlich in größerem Abstand erneut

Das Problem vieler, die immer „nur“ nach vorne schauen ist, dass auch genau dort ihre Belohnung verortet ist. Das große Auto, auf das sie 5 Jahre hinarbeiten, das große Haus mit Grundstück in 15 oder die Weltreise, wenn man sich dann etwas Gutes von der angenehm hohen Rente leisten kann.

Das ist zu weit (zeitlich) weg!

Ich belohne mich anders, wenn ich wieder neue Coaching-Konzepte intensiv erarbeitet, gute Texte fertiggestellt oder eine andere alltägliche Prüfung meines Lebens bestanden habe:

Ich gehe zu meinem Lieblings-Peruaner, bestelle eine Pizza bei Joey´s (keine Schleichwerbung, die sind nun einmal gut 😉 ), gönne mir einen Abend komplett ohne Arbeit UND Gedanken an Arbeit, ein paar Kölsch dürfen´s auch gerne sein, das DVD-Set mit dem ich schon länger liebäugel oder wie wäre es mit einer feinen, modischen Jacke?

Während ich das genieße, vergegenwärtige ich mir immer wieder, dass ich das gerade genießen darf, weil ich dafür etwas getan habe.

Das Problem vieler fauler Menschen: Sie belohnen sich ohne etwas dafür getan zu haben

Hey Belohnung ist super, wie du siehst.

Aber verwechsle auf keinen Fall die Reihenfolge, denn es gibt eine, die dich glücklicher, produktiver und erfolgreicher macht. In dem Satz „Erst die Arbeit und dann das Vergnügen“ steckt so viel Wahrheit.

Die richtige Reihenfolge, die deine neue Erfolgsstrategie sein kann ist: Stelle dich erst deiner Aufgabe und lass dann die Belohnung folgen. Diese kannst du verstärken, oder wenn es eh schon eine „große“ gewesen wäre, einfach beibehalten.

Hierdurch kannst du positives Verhalten von dir verstärken und lässt das Motivationswerkzeug nicht ungenutzt liegen.

Lange Rückschauen halten

Perfektion ablegen für mehr Erfolg beim Flirten

Perfektion ablegen für mehr Erfolg beim Flirten

Vorhin hast du gelesen, wie du dir kurzfristig auf die Schulter klopfen kannst. Ich mache das UND noch intensiver erlebe ich meinen Langzeiterfolg. Ich habe ritualisierte Daten, an denen ich mir immer wieder vor Augen führe, was ich schon alles in den letzten Jahren erreicht habe.

Der Jahrestag, an dem ich mich auf meinen Entwicklungsweg gemacht habe, dann der an dem ich in eine Großstadt (in dem Fall Köln) gezogen bin, das Jubiläum meiner ersten NLP-Seminar-Teilnahme, der Jahrestag meines ersten selbst gegebenen Workshops

An diesen Tagen lasse ich innerlich immer wieder den Film durchlaufen, wie viel Schönes ich in mein Leben gezogen habe und wie erfolgreich ich es zu dem Leben geformt habe (und noch forme), das ich mir wünsche.

Oft setze ich mich abends dann auch mal alleine in eine Bar, bestelle mir einen guten Whiskey, lehne mich ganz weit zurück, lasse meinen Blick nach draußen Schweifen und mache diesen inneren Film immer bunter und größer.

3. Wenn du realisierst, dass du auf einen guten Weg bist, dann nimm immer mal wieder eine Auszeit

Noch ein kleiner letzter, aber nichts desto trotz wichtiger Tipp. Die Belohnungs-Abende, die ich vor wenigen Zeilen angesprochen habe, deuten schon in diese Richtung. Aber das kannst du noch mehr ausbauen.

Wenn du merkst, dass du große Schritte in deiner Entwicklung gehst und diese immer mehr Fahrt aufnimmt, dann blocke dir auch hin und wieder feste Zeiten, um Fünfe gerade sein zu lassen.

Fahre eine Woche in den Urlaub, in dem du mit deiner Persönlichkeitsentwicklung zumindest NICHT aktiv gewollt etwas am Hut hast. Kaufe dir auch mal wieder einen normalen Roman und genieße es dich in diesen Schmöker zu versenken. Lehne dich an Weihnachten zurück, esse ganz viele fettige Dinge und schaue die absurdesten Weihnachtsfilme (Chevey Chase und Konsorten) an

 

Viel Erfolg mit deinen Belohnungen wünscht,

 

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