5 Minuten Lesezeit Dominik van Awe

 

… regieren irgendwann die Dummen die Welt. Der Spruch mag dir bekannt vorkommen, hier erfährst du aber, wie attraktiv dich das Vertreten deines Standpunktes macht und wie du dies sozial intelligent umsetzt.

Höchst wahrscheinlich kennst du nicht nur das in der Überschrift verfremdete Zitat „Der Klügere gibt nach“, sondern auch inhaltlich ähnliche angesiedelte Sprüche, etwa das in der Bibel verankerte Hinhalten der anderen Wange nach der ersten Ohrfeige.
Sie sind tief in unserer Gesellschaft gefestigt und sorgen effektiv dafür, dass wir uns nicht ständig dir Köpfe einschlagen (überspitzt formuliert). Denn wo kämen wir denn hin, wenn wir unsere Meinung allzu lautstark vertreten würden?
Sicher nicht in eine friedlichere Welt…

Das andere Extrem, deine Meinung zu jeder Zeit und lautstark kundzutun und davon womöglich auch nicht abzurücken, kann allerdings auch nicht das Patentrezept für ein freundliches Miteinander sein.

Um dies gleich vorweg zu nehmen und um die Schwarz-Weiß-Malerei zu unterbinden: dieser Artikel soll dich nicht zu einer ständig streitlustigen Person machen (schwarz), dir aber verdeutlichen, dass ewige „Fähnchen in den Wind-Dreher“ (weiß) mit Sicherheit auch nicht die Charakterstärke selbst sind. Ganz im Gegenteil, denn letztere handeln sich damit einige Probleme ein, denn sie werden sicher nicht als selbstbewusste Person mit eigenen Werten und Idealen wahrgenommen.

Mehr Konflikt wagen!

Der Königsweg liegt mit Sicherheit dazwischen, wobei nach meinen Erfahrungen aus meinen Coachings und Vorträgen ein ordentlicher Schuss mehr an „Streitlust“ noch keinem modernen Mann geschadet hat!

Denn leider ist heutzutage kaum noch so etwas wie eine echte Streitkultur vorhanden. Zu viele scheuen sich davor, die eigene Meinung auch mal mit Nachdruck zu vertreten, gerade auch gegenüber Frauen. Stattdessen wird viel lieber Verständnis vorgetäuscht um sich ein paar Sympathiepunkte oder sogar Gemeinsamkeiten zu erschleichen.

Auf lange Sicht rächt sich dies aber: wenn das Gegenüber mitbekommt, dass man sich nur allzu schnell oder gar sofort „überzeugen“ lässt, verliert man an Respekt. Denn wie soll Jemand respektiert werden, der nicht einmal sich selbst respektiert? Wie soll man denn Dritte von den eigenen Überzeugungen begeistern können, wenn man nicht in der Lage ist, selbst davon begeistert zu bleiben?
Unterbewusst bekommt das ein Gesprächspartner recht schnell mit, auch wenn das Abrücken noch so gut getarnt ist.

Übrig bleibt dann nur noch eine Person, die ohne Werte und auch nicht allzu sicher im Leben steht. So Jemand wirkt nicht wirklich zuverlässig und vertrauenswürdig. Denn woher soll man denn wissen, woran man ist, wenn sich die Meinung im Sekundentakt ändern kann?
Und für dich als Leser dieses Blogs enorm wichtig: dies entspricht so gar nicht dem Fels in der Brandung, nach dem frau sich sehnt.

Alles eine Frage der Situation

Die spannende Frage ist nun: Wann genau macht es denn Sinn, die eigene abweichende Meinung zu äußern und auch mit Nachdruck zu vertreten?
Meine ehrliche Antwort darauf: Immer!

Je öfter du es täglich schaffst, deinen Standpunkt zu vertreten, umso mehr gewinnst du an Profil.

Die Zauberworte heißen dabei: „soziale Intelligenz“.

Den eigenen Standpunkt zu vertreten bedeutet ja nicht automatisch, laut und unfreundlich zu werden. Leider sehen zu viele Leute darin aber die einzige Alternative zum Nachgeben.
Das dies auch ganz anders geht, will ich dir hier aufzeigen.

Wenn du dir etwa die Rolle eines Beraters vorstellst, dann solltest du eine gute Eindruck davon haben, wie es auch in einer Diskussion mit einem Vorgesetzten möglich ist: freundlich und möglichst neutral die Vor- und Nachteile der diskutierten Möglichkeiten aufzeigen um dann eine persönliche Empfehlung auszusprechen.
Das er das letzte Wort hat solltest du besser akzeptieren und auch nur in Ausnahmefällen dagegen rebellieren. Denn es gehört zum Prozess des Erwachsenwerdens dazu, den Anweisungen von Führungspersonen zu folgen:

„You want to lead one day? Then learn how to follow!“

– Jeor Mormont, Game of Thrones

Der Beziehungsmoment

Im Umgang mit Frauen solltest du noch stärker deine Werte verteidigen. Dies setzt allerdings voraus, dass du deine eigenen Werte bereits kennst. Ohne diese steht deine Meinung auf einem sehr wackeligen Fundament.
Akzeptiere, dass unterschiedliche Standpunkte gerade in Beziehungen nicht nur normal, sondern sogar sehr wichtig sind. Denn wenn sie Jemanden braucht, der ihre Weltanschauung zum Großteil teilt, verabredet sie sich mit ihrer besten Freundin. Und ich hoffe wirklich nicht, dass du eine Beziehung anstrebst, in der nur entspannt geredet wird…

So wichtig Gemeinsamkeiten in einer Partnerschaft auch sind: männliches Verhalten ist noch wichtiger, denn das unterscheidet einen Liebhaber von einem Kumpel.
Ohne Reibung herrscht nur noch Langeweile und keine (sexuelle) Spannung.

Daher solltest du auch mal in der Lage sein, einen handfesten Streit zu führen. Tipps dazu findest du hier: Wie du in einem Streit die Hosen anbehältst – Über positive Aggression

So weit wird es aber in den seltensten Fällen kommen und du solltest auch aktiv zur Deeskalation eines aufkeimenden Disputs beitragen.
So muss nicht jedes Thema bis zum Ende diskutiert werden:

  • Du hast zum einen die Option, das Thema einfach zu wechseln und ein neues anzuschneiden.
  • Du kannst eure abweichenden Einstellungen thematisieren: „Ich sehe, wir vertreten da unterschiedliche Standpunkte. Das ist voll ok! Komm her, ich geb dir trotzdem nen Kuss!“
  • Lass deine sexuelle Anziehung spielen und beende dadurch die Diskussion: „Wow, du bist echt verdammt süß, wenn du sauer bist … so richtig zum Anbeißen! (zieh sie her und knabber an ihrem Hals)“

Hier findest du weitere Optionen zur Vermeidung von Streits: Warum wir nicht diskutieren

Was wenn du mal total daneben liegst?

Irren ist nun mal menschlich, auch wenn böse Zungen behaupten dass es eher männlich ist…
Was auf jeden Fall in das Verhalten eines Mannes passt: Fehler zu machen, diese zuzugeben und sogar zu ihnen zu stehen.
Es erfordert eine ordentliche Portion Mumm, dies vor einer Gruppe zu tun!
Denn Fehler machen wir alle, das Nicht-Verleugnen sondern das dazu Stehen und daraus Lernen unterscheidet eine erfolgreiche Person von einer weniger erfolgreichen.

Ein abschließendes Zitat dazu:

„Wenn du dich selbst zum Esel machst, wird dich immer einer reiten“

 




1 Kommentar

  1. Hallo Andy,
    danke für deine interessante Seite, die eine gute Beschreibung einer emanzipierten Männerperspektive vermittelt.
    Ich als Frau würde jedoch deine drei Vorschläge zur Deeskalation eines Streits zwischen Partnern nur bedingt annehmen.

    Dabei erscheint mir der Ansatz des ersten Vorschlags am ehesten in die richtige Richtung zu gehen.
    Beim zweiten ist problematisch, dass die Argumentation männerzentriert bleibt und die Frau in die Gunst eines versöhnlichen Kusses kommt, wenn sie der Aufforderung ihres Partners folgt, zu ihm zu gehen.
    Der dritte Punkt ist äußerst problematisch, er lautet:
    „Lass deine sexuelle Anziehung spielen und beende dadurch die Diskussion: „Wow, du bist echt verdammt süß, wenn du sauer bist … so richtig zum Anbeißen! (zieh sie her und knabber an ihrem Hals)“
    Hierbei wird der Diskussion jegliche Seriosität genommen, und auch einer (potentiell berechtigen) Echauffierung seitens der Frau wird der Wind aus den Segeln genommen. Sie wird also gar nicht ernstgenommen. Wiederum ist die Sicht männerzentriert, da er sie zu ihr hinzieht.

    Wenn es das Ziel deiner Kunden ist, die große Liebe zu finden, so würde ich den Erfolg dieser beiden Strategien stark bezweifeln. Zumindest könnte der Mann auch auf die Frau zugehen und sie nicht zu sich ziehen.
    Was das Bestehen auf den eigenen Standpunkt und das respektvolle Akzeptieren des gegenüberliegenden Standpunkts betrifft, bin ich voll dabei.
    Freundliche Grüße
    Sarah

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