7 gut investierte Minuten Dominik van Awe

Den Perfektionismus ablegen können, ist eine wichtige Aufgabe, der du dich hier stellen möchtest. Allein diesen Gedanken zu haben, ihn loszuwerden, sollte schon mit einer Belohnung verbunden sein. Wie der Zufall es so will, geht es auch um Belohnung, wenn du diese Perfektion ablegen willst.

Vielleicht geht es dir auch so: Du erklimmst Stufe für Stufe die Leiter deines Erfolgs, aber stets bist sie schon so fokussiert auf die nächste Stufe, dass du dir nicht die Zeit nimmst, auch immer wieder Stolz auf dich zu sein.

Oder bevor du mit etwas beginnst und einfach mal machst – zum Beispiel auf eine schöne Frau zuzugehen und sie anzusprechen – wartest du auf den perfekten Zeitpunkt. Oder darauf, dass du noch diese eine Sache gelernt hast, auf die Frauen so stehen. Oder auf nächste Woche, weil heute das Wetter so doof ist.

Das alles sind Anzeichen für Perfektionismus. Und somit auch für Stillstand. Lass uns jetzt schauen, wie du deinen Perfektionismus ablegen kannst und woran du Perfektionismus erkennst:

Was sind Symptome für Perfektionismus?

Die üblichen Symptome für Perfektionismus sind:

  • Das Gefühl, andauernd zu scheitern oder nicht richtig zu machen.
  • Prokrastination: Den Beginn einer Aufgabe aufschieben, weil man nicht weiß, ob man sie perfekt zu Ende bringen kann.
  • Nicht entspannen können, weil es immer etwas zu tun gibt.
  • Immer wieder die Kontrolle suchen und haben wollen. Beruflich, wie privat.
  • Süchtig nach Regeln, Listen, Abläufen, Zeitplanung und Arbeit sein.

Du fühlst vielleicht sogar eine brodenlde, innere Unruhe.

Gepaart mit dem Gedanken, dass du doch noch mehr oder etwas tun kannst.

Garniert wird das Ganze mit dem immer währenden Gefühl, nicht genug zu sein.

 

Lieber kommst du deinen potenziellen Kritikern zuvor und zerdenkst das Projekt, in dem du gerade steckst, bevor du bereit bist, es nach außen zu tragen.

  • Das Projekt kann beruflicher Natur sein.
  • Oder aber der Song, an dem du schon so lange bastelst.
  • Oder diese Frau anzusprechen, die du jeden morgen in der U-Bahn siehst.

 

Das Projekt nach außen zu tragen könnte dann bedeuten:

  • deinem Chef, deine Idee vorzustellen
  • den Song einem Freund vorzuführen
  • die Frau anzusprechen

 

Perfektionismus ablegen durch Belohnung

Du kennst mit Sicherheit diese Menschen, unter denen auffallend viele Männer sind:

  • Gerade sind sie in ihrem Job befördert worden und legen auf der neuen Position sofort wieder los, wie die Feuerwehr, weil sie den Blick nur nach vorne gerichtet haben.
  • Sie haben just eine wunderschöne Frau angesprochen, alles lief super und trotzdem sezieren sie schon wieder das Gespräch in seine Einzelteile um zu schauen, was sie noch verbessern können.
  • Vor wenigen Augenblicken ist sein Vortrag erfolgreich zu Ende gegangen und er hat Applaus bekommen, aber fix zieht er sich zurück, um am nächsten noch besseren Vortrag zu feilen.
  • Die Frau, die sie angesprochen haben, hat freundlich reagiert, aber es ist kein Nummerntausch dabei herumgekommen. Daher analysieren sie das kleinste Detail des Gespräches, was sie hätten besser machen können.
  • usw

Vielleicht denkst du dir, dass dies doch alles gute Verhaltensweisen sind, die Menschen voranbringen. Und ja, ich gebe dir in diesem Punkt Recht und sage gleichzeitig entschieden NEIN.

Was ist schlecht daran, immer sofort nach dem nächsten Schritt zu suchen?

Dieser Drang nach Fortschritt und Perfektion, diese konsequente Ausrichtung auf „was kann ich verbessern“ und was ist meine nächste Chance kann auch sehr hinderlich sein, wenn nicht ein Zwischenschritt eingebaut wird.

OHNE diesen verkümmern viele Menschen zu Perfektionisten. Oft äußerlich wahnsinnig erfolgreiche Menschen, schade aber: Innerlich nehmen sie diesen Erfolg kaum wahr und sind deswegen in vielen Fällen auch eher am unteren Ende der Glücksskala zu finden.

Und das selbst, obwohl alle Menschen sagen: „Der hat doch alles!“

Nein, hat er eben nicht, denn er sieht „es“ gar nicht selbst. Und was du nicht wahrnimmst, kann auch keine Glücksgefühle in dir auslösen.

Außen erfolgreich, innerlich leer?

Außen erfolgreich, innerlich leer?

„Von Glücksgefühlen kannst du dir aber nichts kaufen“

Oh ja, den Satz höre und erlebe ich bei vielen äußerlich erfolgreichen Menschen immer wieder. Interessant sehen ihre Gesichter immer dann aus, wenn ich sage: „Vielleicht hast du im Glücksmoment aber auch gar nicht das Bedürfnis danach.“

Mein Credo:

Warum denn nicht diese zukunfts- und optimierungsorientierte Sicht haben UND gleichzeitig immer wieder Rückblickmomente über deine Erfolge genießen, dir auch bei kleinen Schritten auf die eigene Schulter klopfen und auch von Zeit zu Zeit Fünfe mal gerade sein zu lassen?

3 Tipps: Perfektionismus ablegen leicht gemacht

Denn mit dieser kombinierten Strategie aus Entwicklungsdrang und der Fähigkeit sich für das Erreichte zu loben, wächst du innerlich UND äußerlich.

Denn wie soll Selbstbewusstsein etwa entstehen, wenn du immer auf der Suche nach dem Fehler im Erfolg bist?

Wenn du immer alles versuchst perfekt zu machen?

Anti-Perfektionismus Tipp 1: Belohne dich zeitnah

Belohnung kann und muss sehr einfach sein, denn die beste Zeit für deine wichtigste Belohnung ist so kurz wie möglich nach deinem Erfolg. Man muss kein großer Psychologe sein, um die Konditionierungsexperimente mit Hunden von Pawlow und seine Ergebnisse zu kennen.

Konditionieren funktioniert dabei nicht nur bei Hunden, sondern genauso gut beim Menschen.

Wer mehr darüber erfahren möchte, kann das „Little-Albert-Experiment“ nachlesen, indem der Behaviourist Watson, mit dem kleinen Albert sehr fragwürdige Experimente im Namen der Wissenschaft machte.

Perfektionismus? Belohne dich zeitnah

Perfektionismus? Belohne dich zeitnah

Das Experiment

Bei Darbietung einer weißen Ratte, auf die Albert vor Konditionierungsbeginn mit Neugier reagierte, folgte nun immer ein ohrenbetäubender Lärm durch das Zusammenschlagen von zwei Eisenstangen.

Die Folge: Dieses Kleinkind erwarb durch die Konditionierung eine generalisierte Angst auf alles Plüschige, Weiße und nagetier-ähnliche. Für das Entstehen dieser Angst war fortan kein Schreck-Signal mehr nötig. (Erinnert dich das an etwas?)

Ich frage mich, warum man mit dem Konditionieren so negatives Schindluder treibt. Schließlich kann man die Angstreaktion doch viel besser nutzen, um einen Raucher diese Furcht beim Anfassen einer Zigarette spüren zu lassen. Aber das ist ein anderes Thema.

Denn wir sind beim Thema Belohnung! Und zwar als Mittel die Perfektion ablegen zu können!

Was war das Positive?

Frage dich stets, wenn du eine zielgerichtete Aktion ausgeführt hast, was das Positive daran war.

Nehmen wir an, du möchtest endlich deine Arbeitskollegin auf einen Kaffee einladen.

Du gehst zu ihr hin, unterhältst dich mit ihr und gehst in die Vollen.

Sie sagt dir jedoch vehement ab, weil sie gerade erst aus einer Beziehung kommt und zur Zeit keine Lust auf Männer hat.

 

Anstatt nun zu reflektieren, was dein Fehler war und was du hättest besser machen können, oder wie du diese Geschichte für dich noch zu einem Kaffee bringst, entscheidest du dich für einen Zwischenschritt.

Du sagst dir innerlich erst einmal:

„Hey „Mann“, das war super, dass du dich überwunden hast und es durchgezogen hast. Respekt und weiter so!“

 

Teilnehmer unseres Coachings können folgende Weisheit schon mitbeten:

Context before Content

Kontext vor Inhalt.

Heißt: DASS (Context, also die Umstände) du etwas getan hast, ist wichtiger, als was (Content, also Inhalt) dabei herumgekommen ist.

 

Klopf dir innerlich so richtig schön auf die Schulter, denn DANACH kannst du deinen Fokus immer noch darauf richten, was du nächstes Mal verbessern kannst.

Erfolge feiern

Erfolge feiern

Und zu 100% stimmt mein Spruch mit dem „Nichts-Kaufen“ auch nicht.

Im Gegenteil, ich ermuntere dich sogar etwas zu kaufen.

Allerdings nach einem anderen Prinzip als Perfektionisten, der in diesem Ausgang der Situation nichts Positives sieht.

Gehe rüber zum Kaffeeautomaten und gönne dir den teuersten und leckersten Triple Choc Latte Macchiato den dieses Teil ausspucken kann.

Genieße ihn bis zum letzten Tropfen, während du innerlich weiter darüber lächelst, dass du es endlich „getan“ hast.

 

Anti-Perfektionismus Tipp 2: Belohne dich zusätzlich in größerem Abstand erneut

Viele Perfektionisten haben das Problem, dass sie ihre Belohnung nur in der ungewissen Zukunft erwarten.

  • Das große Auto, auf das sie 5 Jahre hinarbeiten,
  • das große Haus mit Grundstück in 15 Jahren
  • oder die Weltreise, wenn man sich dann etwas Gutes von der angenehm hohen Rente leisten kann.
  • Den vielen Sex oder die intensive Beziehung zu einer Frau, wenn man sich durch diese „unüberischtliche“ Dating und Kennenlernen gekämpft hat.

Das ist zu weit (zeitlich) weg!

Ich belohne mich anders, wenn ich wieder neue Coaching-Konzepte intensiv erarbeitet, gute Texte fertiggestellt oder eine andere alltägliche Prüfung meines Lebens bestanden habe:

Ich gehe zu meinem Lieblings-Peruaner, bestelle die größte und käsigste Pan-Pizza, gönne mir einen Abend komplett ohne Arbeit UND Gedanken an Arbeit, ein gutes, kühles Bier darf es dann auch gerne sein, einen spannenden Film oder wie wäre es mit einer feinen, modischen Jacke?

Während ich das genieße, vergegenwärtige ich mir immer wieder, dass ich das gerade genießen darf, weil ich dafür etwas getan habe.

Das Problem vieler fauler Menschen:

Sie belohnen sich ohne etwas dafür getan zu haben

 

Belohnung ist super, wie du siehst.

Aber verwechsle auf keinen Fall die Reihenfolge, denn es gibt eine, die dich glücklicher, produktiver und erfolgreicher macht.

 

In dem Satz „Erst die Arbeit und dann das Vergnügen“, steckt so viel Wahrheit.

 

Die richtige Reihenfolge, die deine neue Erfolgsstrategie sein kann ist:

Stelle dich erst deiner Aufgabe und lass dann die Belohnung folgen.

 

Diese kannst du verstärken, oder wenn es eh schon eine „große“ gewesen wäre, einfach beibehalten.

Hierdurch kannst du positives Verhalten von dir verstärken und lässt das Motivationswerkzeug nicht ungenutzt liegen.

 

Dieses Konzept kennen wir auch aus der Angst-Therapie.

Machst du dir zum Beispiel Flugangst. (Angst macht man sich. Man hat sie nicht einfach so.)

Dann kann es deine Angst reduzieren, wenn du dich vor dem Flug und währenddessen auf etwas freust, was du direkt nach der Landung machen willst.

 

Mit deinem Hund spielen, dein Lieblingsessen in deinem Lieblingsrestaurant essen oder vielleicht einen coolen Abend mit deinen Freunden verbringen.

Damit du das aber haben kannst, muss du erstmal ankommen und landen.

Du musst also durch diese „Angst“, damit du die Belohnung bekommen kannst.

Du musst also erst etwas dafür tun.

 

Übrigens wird durch den Fokus auf das, worauf wir uns freuen, die Angst während der angstmachenden Tätigkeit spürbar geringer.

 

Lange Rückschauen halten

Vorhin hast du gelesen, wie du dir kurzfristig auf die Schulter klopfen kannst.

Ich mache das UND noch intensiver erlebe ich meinen Langzeiterfolg.

Geh auch mal in die Natur und nimm dir Zeit für dich

Geh auch mal in die Natur und nimm dir Zeit für dich

Ich habe ritualisierte Daten, an denen ich mir immer wieder vor Augen führe, was ich schon alles in den letzten Jahren erreicht habe.

 

Der Jahrestag, an dem ich mich auf meinen Entwicklungsweg gemacht habe, der an dem ich die erste Frau angesprochen habe, der meines ersten gegebenen Flirt-Coachings usw.

 

An diesen Tagen lasse ich innerlich immer wieder den Film durchlaufen, wie viel Schönes ich in mein Leben gezogen habe und wie erfolgreich ich es zu dem Leben geformt habe (und noch forme), das ich mir wünsche.

 

Oft setze ich mich abends dann auch mal alleine in die Natur, lege mir meine Lieblingsmusik auf, lehne mich ganz weit zurück, lasse meinen Blick über die Landschaft schweifen und mache diesen inneren Film immer bunter und größer.

 

Anti-Perfektionismus Tipp 3: Auszeiten

Wenn du realisierst, dass du auf einen guten Weg bist, dann nimm immer mal wieder eine Auszeit

Noch ein kleiner letzter, aber nichts desto trotz wichtiger Tipp.

 

Die Belohnungs-Abende, die ich vor wenigen Zeilen angesprochen habe, deuten schon in diese Richtung. Aber das kannst du noch mehr ausbauen.

 

Wenn du merkst, dass du große Schritte in deiner Entwicklung gehst und diese immer mehr Fahrt aufnimmt, dann blocke dir auch hin und wieder feste Zeiten, um Fünfe gerade sein zu lassen.

 

Fahre eine Woche in den Urlaub, in dem du mit deinem Projekt zumindest NICHT aktiv gewollt etwas am Hut hast.

Kaufe dir auch mal wieder einen normalen Roman, statt ein Sachbuch und genieße es dich in diesen Schmöker zu versenken.

Lehne dich an Weihnachten zurück, esse ganz viele fettige Dinge und schaue die absurdesten Weihnachtsfilme (Chevy Chase und Konsorten) an.

Feiere JEDEN deiner Geburtstage, als wären sie dein letzter.

 

Ist Perfektionismus gut oder schlecht?

Perfektionismus sorgt dafür, dass wir dauerhaft in unserem Kopf sind und darüber grüblen, ob das, was wir tun gut genug ist.

Bzw. ob wir gut genug sind.

Aus dieser Sichtweise, ist Perferktinismus also hinderlich, wenn du Erfolg haben willst.

Denn du hinderst dich vor Beginn schon daran, den ersten Schritt auf dem Weg deines Erfolges zu tun.

Jedoch sind Perfektionisten gute „finisher“.

Sie können Projekte genauer und sorgfältiger abschließen, wenn sie gewisse Checklisten oder Rahmenbedingungen bekommen, die eine „Perfektion“ messbar machen.

Das ist etwas, was sog. Dilettanten fehlt.

 

Dilettanten hingegen sind gute Projektstarter.

Sie machen erstmal, bevor sie sich Gedanken machen.

 

Beide können voneinander lernen und wenn beide ihre Stärken vereinen, können starke Ergebnisse produziert werden.

 


Dominik van Awe Dominik van Awe Mindset Coach
Larnaca, Zypern 7081
+49 176 20750391 [email protected] authentic-charisma.de


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